Biomasse
Biogas ist ein brennbares Gas. Hauptbestandteile sind Methan und Kohlendioxid (CO2). Im Blockheizkraftwerk dienst das Biogas als Brennstoff, aus dem Strom und Wärme erzeugt werden. Durch Aufbereitung kann Biogas auf Erdgasqualität "veredelt" werden und ins Erdgasnetz eingespeist werden. Im Vergleich zu flüssigen Biokraftstoffen wie Biodiesel nutzt Bioerdgas das Potenzial der pflanzlichen Ausgangsstoffe besser aus.
Biogas zählt wie Windkraft und Sonnenenergie zu den erneuerbaren Energien. Grundlage für Biogas sind organische Stoffe wie Mais oder Gülle. Bei der Verbrennung entsteht zwar Kohlendioxid, jedoch nur so viel, wie die Biomasse zuvor aus der Atmosphäre aufgenommen hat. Gegenüber ihren wetterabhängigen Kollegen hat Biomasse einen Vorteil: Sie ist speicherbar und kann nach Bedarf eingesetzt werden.
Eine Biogas-Anlage besteht unter anderem aus mehreren Gärbehältern, die von – häufig dunkelgrünen – Hauben abgedeckt werden. Unter Haube 1 ist der Fermenter mit einem Fassungsvermögen von um die 2.000 Kubikmeter. In ihm treffen sich bei molligen 40 Grad Celsius Biomasse und unterschiedliche Bakterienkulturen. Diese Bakterien „verdauen“ die Mixtur zu Biogas. Im Behälter wird ständig gerührt, damit die Bakterien mit frischer Biomasse, dem Substrat, versorgt werden. Im Fermenter entstehen rund 80 Prozent des Biogases.
Nach durchschnittlich 50 Tagen gelangt das Gemisch in den Nachgärer, die mittlere Haube. Hier werden noch einmal rund 20 weitere Prozent Biogas gewonnen. Es geht ähnlich zu wie im Fermenter, die Temperatur des Substrats beträgt immer noch 40 Grad Celsius.
Nach 60 Tagen geht es weiter unter Haube 3, in das Gärproduktlager, der Speicherbehälter für den Gärrest. Hier wird nicht mehr beheizt, es entstehen nur noch geringe Biogasmengen. Was übrig bleibt, riecht kaum noch. Als wertvoller Dünger wird der Gärrest im Frühjahr und im Herbst auf den Feldern ausgebracht, auf denen zuvor die nachwachsenden Rohstoffe für die Anlage angebaut worden sind. Enthaltene Mineralstoffe, die mit dem Substrat in den Biogasprozess hineingebracht werden, sind im Gärrest weiterhin vorhanden und werden der Natur als Nährstoff für das Wachstum neuer Biomasse zurückgegeben. Es entsteht ein Nährstoffkreislauf.
